Die Ästhetik des Alltags

Die Ästhetik des Alltags

Das Lötschentaler Museum sammelt systematisch Kleinplakate, die an den Anschlagbrettern der Talschaft aufgemacht werden.

Ein kleiner Teil der umfangreichen Sammlung wird in der Daueraustellung gezeigt.

Die Ästhetik des Alltags

Die Plakate dokumentieren nebst dem lokalen Vereins- und Freizeitleben die zahlreichen Techniken und Stile populären Gestaltens im Laufe der Zeit. 

Da die meisten dieser Kleinplakate von den Veranstaltern selbst hergestellt wurden, sagen sie mindestens ebensoviel über die jeweilige Epoche aus wie die von professionellen Grafikern geschaffenen Werke.

Die Ästhetik des Alltags

Der Laiengrafiker orientiert sich einerseits an professionellen Vorlagen, andererseits arbeitet er frei von den Zwängen und Richtlinien, denen die Berufsgrafiker unterworfen sind.

Mit anderen Worten: Laiengrafiker werden durchaus von überregionalen grafischen Trends beeinflusst, unterliegen zugleich aber auch den Rahmenbedingungen der vor Ort und persönlich gegebenen Mittel und Möglichkeiten.

Die Ästhetik des Alltags

Die „Do it yourself“-Ästhetik des Punk der 1970er Jahre hinterlässt so im Bergdorf ebenso ihre Spuren wie die ständige Erneuerung der Techniken.

Von der Collage über die Fotokopie und das Desktop Publishing bis hin zum bewussten Regelbruch der Jugendkultur der 1980er Jahre: Alles wird kreativ aufgenommen und dient dazu, spontan und frei von den Zwängen der professionellen Grafik einen eigenständigen Entwurf zu gestalten.

Die Ästhetik des Alltags - alltäglich?

Die Plakatsammlung des Lötschentaler Museums belegt gesellschaftliche Phänomene:

Unter anderem die Dichte der Beziehungsgeflechte globaler und/oder lokaler Ausdehnung, das komplexe Verhältnis von high und low, das heisst zwischen Hochkultur und Populär- oder Massenkultur sowie das Verhältnis von Zentrum und Peripherie, resp. urban und ländlich geprägter Kultur.

Die Ästhetik des Alltags - nicht alltäglich!

Die Ästhetik des Kleinplakats ist durch die Vielfalt ihrer Ausdrucks- und Betrachtungsweisen in besonderer Weise geeignet, die grundlegende Aufgabe des Museums wahrzunehmen, die darin besteht, Relikte in Erinnerungsträger umzuwandeln:

Damit man nicht vergisst, dass auch das Alltägliche in Wirklichkeit etwas Besonderes ist.

© Lötschentaler Museum; www.loetschentalermuseum.ch