Vereinigung der Walliser Museen
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Praktische Informationen
Steine der Erinnerung,
Steine der Macht
26.06.2009 - 31.12.2010
Geschichtsmuseum Wallis
Espace d'archéologie
Grange-à-l'Evêque
1950 Sitten
Öffnungszeiten
01.10. - 31.03:
Di - So, 13.00 - 17.00 Uhr
01.04. - 30.09:
Di - So, 13.00 - 18.00 Uhr
Führungen auf Anfrage, Auskunft: 027 606 46 70
Publikation
Prähistorische Stelen. Die neolithische Nekropole Petit-Chasseur in Sitten
Autoren: Pierre Corboud, Philippe Curdy und Mitarbeiter
Herausgeber: Walliser Kantonsmuseen, 2009
ISBN: 978-2-88426-067-1
26.06.2009/Infothek VWM
Steine der Erinnerung, Steine der Macht
Sitten - Die neue Ausstellung des Geschichtsmuseums Wallis präsentiert neue Erkenntnisse zu den prähistorischen Gesellschaften, indem sie den Blick durch ethnologische und anthropologische Sichtweisen erweitert. Wissenschaftliche Erkenntnisse über Megalithkulturen der jüngsten Zeit sollen die in Sitten gefundenen urgeschichtlichen Stellen und Menhire besser verstehbar machen.
Von den Osterinseln bis nach Äthiopien haben einzigartige Gesellschaften gewaltige Bauwerke in Form von Statuen und Grabmälern zu Ehren ihrer Machteliten errichtet. In den Alpen zeugen Menhire und Dolmen von der gleichen Absicht. Rund um die berühmten neolithischen Stelen vom Petit-Chasseur in Sitten erzählt die Ausstellung von solchen Gesellschaften aus der Vergangenheit und der Gegenwart.
Archäologie und Ethnographie im Dialog
Die zwischen 1961 und 1973 in Sitten entdeckten Stelen und Menhire bezeugen bereits für das 5. Jahrtausend v. Chr. eine Walliser Gesellschaft mit starken Organisationsstrukturen. Um die Riten und Hierarchien dieser Gesellschaft besser zu verstehen, werden in der Ausstellung zwei Sichtweisen miteinander kombiniert: anthropologische und ethnologische Kenntnisse über Megalithkulturen des 19. und 20. Jahrhunderts einerseits, archäologisches Wissen über die prähistorischen Stelen und Menhire von Sitten anderseits. „Kulturelle Äusserungen von Gesellschaften, die vor mehreren Tausend Jahren gelebt haben, ohne Rückgriff auf andere Quellen zu deuten ist kaum möglich. Eine Möglichkeit besteht darin, Daten von aktuellen oder jüngeren Gesellschaften beizuziehen, die den Megalithismus bis heute oder bis vor kurzem praktiziert haben. Dabei zeigt sich, dass die entsprechenden Riten und Praktiken dazu dienten, die Macht einer Elite zu bestärken und den sozialen Zusammenhalt der Gruppe zu festigen,“ erklärt Philippe Curdy, Konservator der Abteilung Vorgeschichte und Antike am Geschichtsmuseum Wallis.
Ethnographische Gegenstände, archäologische Fundstücke, Archivfotos und Abbildungen in Naturgrösse
Die Stelen und Menhire von Sitten werden in der Ausstellung ergänzt durch Objekte, die unter anderem vom nationalen archäologischen Museum von Frankreich stammen. Zu den ethnographischen Objekten gehören Schmuck, Werkzeug, Waffen und Holzfiguren. Zu sehen sind aber auch historische und aktuelle Bilder von Megalithgesellschaften.
Ein wichtiger Teil der Ausstellung gilt sodann den Abrieben der im Tessin lebenden Künstler Ernesto Oeschger und Elisabetta Hugentobler. 1997 stellten sie die Frottagen der Stelen von Petit-Chasseur her. Mit Hilfe von Papier, Stofflappen und Kohlepapier haben sie seither in ganz Europa Abriebe der schönsten prähistorischen Stelen und Menhir-Figuren angefertigt. Für Philippe Curdy „kommt dieser in ihrer Art einzigartigen Sammlung, die zum ersten Mal öffentlich gezeigt wird, neben ihrer künstlerischen Qualität ein hervorragender dokumentarischer Wert zu.“
Eine Ausstellung, drei Partner
Die Ausstellung wurde von drei Partnern realisiert: der Abteilung Vorgeschichte und Antike des Geschichtsmuseums Wallis, der Walliser archäologischen Gesellschaft (AVA-WAG) mit ihrem Präsidenten Alain Gallay sowie dem Laboratoire de Préhistoire du Département d’anthropologie et d’écologie der Universität Genf mit Pierre Corboud. Die gleichen Partnern besorgten auch die Herausgabe des Werkes, welches die neuesten Erkenntnisse über die Stelen und Menhire von Sitten zusammenfasst: Prähistorische Stelen. Die neolithische Nekropole Petit- Chasseur in Sitten.



