Vereinigung der Walliser Museen
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Praktische Informationen
Die Schenkung
Line und Jean-Philippe Racine
29.05.10 - 24.10.2010
Kunstmuseum Wallis
Place de la Majorie
1950 Sitten
+41 (0)27 606 46 90
musees.cantonaux@admin.vs.ch
Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag
von 11 bis 17 Uhr
Die Ausstellung wird von einem Katalog in französische Sprache begleitet.
Gratiseintritt an jedem ersten Sonntag des Monats.
29.05.2010 / Infothek VWM
Präsentation der Schenkung Line und Jean-Philippe Racine
Sitten - Das Walliser Kunstmuseum erhält eine bedeutende Sammlung moderner Kunstwerke: Die Schenkung von Line und Jean-Philippe Racine wird vom 29. Mai bis 24. Oktober 2010 der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die Schenkung umfasst 7 Tapisserien, 18 Gemälde, 14 Gouachen, Aquarelle und Zeichnungen, 15 Druckgrafiken und 8 Skulpturen, die zwischen 1952 und 1996 von Schweizer und internationalen Künstlern geschaffen wurden. Magdalena Abakanowicz, Suzanne Auber, Julius Bissier, Roger Bissière, Alexander Calder, Maurice Estève, Jean-Michel Folon, Jean Lurçat, Zoran Music, Mario Prassinos, André Ramseyer, Giuseppe Santomaso, Francine Simonin und Léon Zack zählen zu den rund 30 in der Sammlung vertretenen Künstlern.
Diese Schenkung erweitert die Sammlung des Museums und öffnet sie weiter in den Bereichen der Schweizer und der internationalen Kunstszene.
Die Geschichte des Walliser Kunstmuseums ist von Schenkungen geprägt
Das aufgrund eines Nachlasses – jener des Malers Raphy Dallèves von Sion –entstandene Walliser Kunstmuseum wurde seit seiner Eröffnung im Jahr 1947 immer wieder grosszügig bedacht. Die Schenkungen stammen oft von Künstlern oder ihren Familien, teils von Sammlern oder ihren Nachkommen. Die meisten Schenkungen, die bisher in die Sammlung des Kunstmuseums eingegangen sind, liessen sich von einer identitätsstiftenden Auswahl ableiten, so dass sie«naturgemäss» dem Walliser Kunstmuseum als kantonaler Referenzinstitution zukamen.
«Mit der Schenkung von Line und Jean-Philippe Racine verhält es sich anders», unterstreicht Claude Roch, der für das Departement für Erziehung, Kultur und Sport verantwortliche Staatsrat. «Zum ersten Mal wird unserem Kunstmuseum eine Privatsammlung übergeben, die Werke mit einem gewissen Bezug zum Wallis umfasst, grösstenteils aber aus Werken besteht, die anderen Schweizer oder ausländischen Kunstszenen angehören. Die Donation Racine verstärkt die bestehende Sammlung des Museums, eröffnet neue Möglichkeiten der nationalen und internationalen Kontextualisierung und bietet überdies dem Publikum die Gelegenheit für neue künstlerische Entdeckungen.»
Eine aussergewöhnliche Schenkung für ein expandierendes Museum
«Für unsere Institution», erklärt Pascal Ruedin, Direktor des Walliser Kunstmuseums, «weist die Schenkung von Line und Jean-Philippe Racine ein ideales Profil auf: Sie fügt sich naturgemäss in die vorhandenen Bestände ein, erweitert aber gleichzeitig deren Horizont. Dank einer Gruppe aus 12 Werken von Suzanne Auber und einer aus 7 Werken von Francine Simonin ergänzt die Schenkung die Vertretung dieser beiden Künstlerinnen in unserer Sammlung auf ideale Art und Weise. Fast keiner der weiteren 29 Künstler, welche die Schenkung umfasst, waren bisher in den Museumsbeständen vertreten. Diese Tatsache unterstreicht die nationale und internationale Öffnung, die sich unserer Institutionaufgrund dieser grosszügigen Geste bietet.
Ab Mitte der 1960er-Jahre ist die Sammlung des Ehepaars Line und Jean-Philippe Racine entstanden; eine vielseitig ausgerichtete Sammlung, die sowohl die Vorlieben dieser leidenschaftlichen Kunstsammler als auch das Angebot auf dem Westschweizer Kunstmarkt widerspiegelt: Künstlertapisserien (Abakanowicz, Fumeron, Lurçat, Prassinos, Wogensky), poetische und meditative zur Abstraktion tendierende Malerei (Bissier, Bissière, Calder, Estève, Folon, Music, Santomaso, Zack), konkrete Kunst (Delaunay, Ramseyer, Seuphor), verschiedene Ausrichtungen des Expressionismus (Auber, Leiter, Monnier, Simonin).»
Eine regionale Institution fördern
«Wir sind vor allem Kunstliebhaber. Wir sammeln Werke aufgrund der Freude, die sie uns bereiten. Man könnte dies als ästhetische Kontemplation bezeichnen. (…) Seit Jahrzehnten stellen wir die Werke in Gruppen zusammen: nach Bezügen und Übereinstimmungen, nach Einklängen, nach Entsprechungen… Sie sind zu einem festen Bestandteil unserer Umgebung geworden. (…) Ab und zu liehen wir Werke für Ausstellungen aus, und so hat sich die Idee herausgebildet, sie zu teilen», ergänzen Line und Jean-Philippe Racine.
Mit der Wahl des Walliser Kunstmuseums wollen die Schenker eine Institution berücksichtigen, die erst wenige international bekannte Künstler besitzt. Diese Geste reinen Mäzenatentums unterstützt das aufstrebende Museum. Seit der Renovierung und der Wiederöffnung im Jahr 2007 erfreut sich das Museum in der Tat eines grossen Erfolgs. Eine solche Schenkung leistet einen weiteren Beitrag dazu, da sie die Bestände ergänzt und die Ausstrahlung der Institution vergrössert. Pascal Ruedin hebt weiter hervor: «Für unsere Institution, die erst wenige Werke der internationalen geschichtlichen Moderne besitzt, ist eine solche Schenkung ein Appel, unsere Sammlung zu öffnen, weiter zu entwickeln und zu diversifizieren. Sie wird zweifellos die Geschichte unseres Museums prägen: Wollen wir wetten, dass sie den Beginn einer aktiven Internationalisierung der Sammlungen markieren wird?».




