Vereinigung der Walliser Museen
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03.08.2010 / Infothek VWM
Bewahrung des immateriellen Kulturerbes:
Der Kanton Wallis beteiligt sich am schweizerischen Inventar
Sitten - Das Bundesamt für Kultur stellte am Donnerstag, 2. September die Strategie vor, mit der es die UNESCO-Konvention in der Schweiz umzusetzen gedenkt. Die Kantone sind stark eingebunden. Im Kanton Wallis hat die Dienststelle für Kultur des Departements für Erziehung, Kultur und eine Kommission eingesetzt. Der Staatsrat hat zudem der Dienststelle für Kultur den Auftrag erteilt, eine Liste mit dem immateriellen Kulturerbe von kantonalem Interesse zu erstellen.
Ein Übereinkommen für das immaterielle Kulturerbe
Traditionen und mündliche Überlieferungen, Rituale und Feste, handwerkliches Können: All das gehört zu jenen sozialen Praktiken und Kenntnissen, die – lebendig und sich stets wandelnd – von Generation zu Generation weitergegeben werden und durch welche eine Gemeinschaft ihre Identität zum Ausdruck bringt. So wird das immaterielle Kulturerbe in der 2003 von der UNESCO verabschiedeten und 2008 von der Schweiz unterzeichneten Konvention verstanden.
Zur Erstellung der Listen wendet sich das Bundesamt für Kultur an die Kantone
Das Bundesamt für Kultur stellt am Donnerstag, 2. September 2010 die Strategie vor, mit der es die UNESCO-Konvention in der Schweiz umzusetzen gedenkt. Ein zentrales Element stellt dabei die Erstellung einer nationalen Liste des immateriellen Kulturerbes dar. Diese Arbeit erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen und hat zum Ziel, die nötigen Informationen und Dokumentationen zusammenzutragen, um entsprechende Vorschläge zu formulieren.
Auf kantonaler Ebene sind die Dienststelle für Kultur und eine Expertenkommission zuständig
Für den Kanton Wallis hat der Staatsrat dem Departement für Erziehung, Kultur und Sport beziehungsweise der Dienststelle für Kultur die Verantwortung für dieses Dossier übertragen. Eine vom Chef der Dienststelle für Kultur präsidierte Kommission, zusammengesetzt aus Fachleuten sowie Verantwortlichen von kantonalen Institutionen, wurde beauftragt, die Elemente zusammenzutragen und Vorschläge zu erarbeiten. Unterstützt wird die Kommission von einem Projektleiter in der Person von Thomas Antonietti, Ethnologe, Konservator am Geschichtsmuseum Wallis und am Lötschentaler Museum sowie Präsident der Vereinigung der Walliser Museen.
Die Mitglieder der Expertenkommission
- Jacques Cordonier, Chef der Dienststelle für Kultur, Kommissionspräsident
- Hans-Robert Ammann, Kantonsarchivar
- Suzanne Chappaz-Wirthner, Ethnologin
- Gérard Dayer, Musiker und Musikwissenschaftler, Lehrer am Kollegium Les
Creusets - Damian Elsig, Kantonsbibliothekar
- Javier Hagen, Musiker
- Marie-Claude Morand, Direktorin der Kantonsmuseen
- Jean-Henry Papilloud, Direktor der Mediathek Wallis-Martigny
- Jean-Claude Praz, Direktor des Naturmuseums
- Claude Veuillet, Restaurator und Spezialist für Holzverarbeitung
- Iwar Werlen, Sprachwissenschaftler, Professor an der Universität von Bern
Eine Gelegenheit fürs Wallis, das immaterielle Kulturerbe von kantonaler Bedeutung zu dokumentieren und zu erforschen
Parallel zur Walliser Beteiligung am nationalen Inventar hat der Staatsrat die Dienststelle für Kultur beauftragt, eine repräsentative Liste mit Elementen des immateriellen Kulturerbes von kantonalem Interesse zu erstellen. Die Dienststelle wurde aufgefordert, die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, um dieses Kulturerbe zu dokumentieren und zu erforschen. Im Sinne einer lebendigen Bewahrung sollen zudem Bestrebungen zur Aufwertung und Weitergabe des immateriellen Kulturerbes gefördert werden.
Im Laufe des kommenden Halbjahres wird die Dienststelle für Kultur mit den betroffenen Kreisen Kontakt aufnehmen und diese in ihre Überlegungen einbeziehen.


