Schlechtwetter infolge chauffrettes...

Charly Kohli (*1941).
Foto Mélanie Hugon-Duc, 2008.

Auf dem Bauernhof Le Rosé in den Mayens-de-Saxon treffen wir Charly Kohli. Der Landwirt und Produzent von Aprikosenschnaps der Marke La montagnarde wurde 1941 geboren. Er weiss von der Konservenfabrik Doxa zu erzählen, wo sein Vater als „compotier“ gearbeitet hatte, dem die Rezepte für die Konfitüren und für die Konserven unterstanden. Aus eigener Erfahrung berichtet er von den chaufferettes…

„Um die Aprikosenblüten vor dem Frost zu schützen, hatten wir die chaufferettes [Heizeimer]. Ich erinnere mich noch, wie ich zwei Wochen lang Nacht für Nacht durchwachte; man musste die chaufferettes anzünden. Da hatten wir arrosoirs [Giesskannen] mit Erdöl drin, gingen damit herum und füllten sie auf. Morgens war der Himmel schwarz und sogar daheim kam schwarzer Russ aus einem heraus, wenn man ins Taschentuch schneuzte. Ich erinnere mich, mit 20 Jahren, als ich in der Rekrutenschule in den Follatères (Fully) war, da fragte der Kompaniekommandant die Wache, was denn heute für Wetter sei; er wollte wissen, ob es regnete oder nicht. Da antwortete der, es war ein Zürcher, man müsse die Pelerinen anziehen: ’Bald wird’s regnen, es ist schon ganz dunkel!’ Das war der Russ, es war furchtbar. Vater erzählte, das Sanatorium habe ein oder zwei Mal telefoniert der chaufferettes wegen, denn der Rauch reichte bis Montana und die Patienten mit Lungenkrankheiten kriegten Probleme. Klar, mit diesem Öl, das auf den Boden auslief; es handelte sich nicht um raffiniertes Öl; es war schwarz, das war eine Verschmutzung. […] Wenn ich so zurückblicke, stelle ich mir schon die Frage, ob man viele Ernten retten konnte. Und teuer war es auch noch.“

 

Der „Aprikosensaal“ im Museum Saxon mit den Geräten zur Feldarbeit; auf dem letzten Bild: Eine chaufferette, hergestellt aus einem Blecheimer der Konservenfabrik Doxa. Solche chaufferettes standen in Saxon häufig in Gebrauch. (Fotos Werner Bellwald 2009).

Museum Saxon

 

Interview: Jeanne Carruzzo und Mélanie Hugon-Duc, 2008.