Ein Geschenk der Fabrik

- Thérèse Bollin-Perrier (*1923).
Thérèse Bollin-Perrier wird 1923 in Saxon geboren, wo sie ein Leben als Bäuerin führt und Mutter von vier Kindern ist. Sie erzählt uns ihre Kindheitserinnerungen von den kandierten Früchten [les fruits confits] aus der Fabrik Doxa.
Der Vater von Frau Bollin, Ludwig Perrier, war Vorarbeiter in der Konservenfabrik, der bekannten Doxa in Saxon. Er kam 1894 zur Welt und begann bereits im Alter von 15 Jahren, in der Fabrik zu arbeiten. Mit der Zeit stieg er dort in angenehmere Posten auf und wurde schliesslich Vorarbeiter in den Büros, wo er bis 1929 arbeitete. In jenen Jahren führte er auch die Rezept- und Rechnungsbücher. Diese informieren uns über die Herstellung der Früchtekonserven, Fleischkonserven und anderem mehr. Und unter all den Produkten finden wir auch kandierte Früchte… zwei solche Verpackungen sind in der Ausstellung des Museums von Saxon zu entdecken.
„Ich bin zu jung für diese Schachteln mit den kandierten Fürchten. Doch Vater und Mutter sprachen etwa davon. Diese Fruchtpaste wurde selbst bis England versandt, für die Plum-puddings (…) Zu Weihnachten erhielten wir in der Turnhalle kandierte Früchte, das war das Geschenk der Fabrik. Wie lange das dauerte, weiss ich nicht mehr (…) Die schmeckten wirklich nach Früchten; wir bekamen eine Tüte mit zwei, drei Früchten drin (…) Es blieb kaum eine übrig, bis wir nach Hause kamen! (Gelächter) Und die hatten ein Aroma! Das ist nicht wie heute. Die hatten einen natürlichen Geschmack.“
Saal der Aprikosen im Museum Saxon: Geräte, Konserven, Dokumente, Hörstationen mit Interviews – und in einer Vitrine zwei Originalschachteln der fruits confits, der kandierten Früchte, hergestellt in der Fabrik Doxa in Saxon.
Interview: Mélanie Duc, 2009.
Fotos: Werner Bellwald, 2009.


